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Diskutieren Sie mit Anna Sauerbrey

Heute haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Gelegenheit, mit Anna Sauerbrey zu chatten, die die "Netzspiegel"-Seite des Tagesspiegel verantwortet. Es geht um Fragen der Netzpolitik: Gibt es einen Weg, die Debattenkultur im Internet zu verbessern - und ist das überhaupt nötig? Wie frei sind wir als Bürger im Netz, und verkaufen wir uns selbst an mächtige Konzerne? Bietet das Netz schon genügend Verdienstmöglichkeiten für Kreative, und können wir auf das althergebrachte Urheberrecht verzichten? Ab 14 Uhr wird Anna Sauerbrey für eine Stunde Rede und Antwort stehen. Sie haben die Möglichkeit, direkt mit ihr zu diskutieren und Fragen zu stellen. Der Chat wird moderiert, das heißt, jeder Beitrag wird geprüft und dann gegebenenfalls freigeschaltet. Maßgeblich für die Veröffentlichung sind unsere Allgemeinen Community-Richtlinien. Unser Talkgast ist bemüht, so viele Fragen wie möglich zu beantworten, aber sicher werden einige Fragen unbeantwortet bleiben. Bitte beachten Sie, dass die Fragen an den Talkgast gestellt werden sollen. Im Anschluss präsentieren wir Ihnen eine Zusammenfassung des Live-Chats, mit der wir unsere gesamte Community zur Diskussion einladen. Um an dem Chat teilnehmen zu können, müssen Sie sich mit Ihrem Community-Benutzerkonto einloggen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich schnell und kostenfrei eines einrichten. Der Chat ist für Sie bereits fünfzehn Minuten vor dem offiziellen Beginn freigeschaltet, damit Sie schon ihre ersten Fragen loswerden können. (Tsp) zum Artikel

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Archivierte Diskussion - Nachrichten in chronologischer Reihenfolge

  • Ich möchte auf das (schon gar nicht mehr so aktuelle) Problem mit der Seite kreuz.net eingehen. Hier bildet sich - auf Initiative - ein enormer Gegenpol und ein beachtliches Kopfgeld wurde demjenigen versprochen, der Ross und Reiter nennt (Autoren). Ist es nicht generell so, dass sich Netz alles "irgendwie von selbst" regelt? Eine "demokratische Anarchie", sozusagen? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.

  • @arezzo1685: Ich sehe das ähnlich, das Selbstregulierungspotenzial im Netz ist groß. Man könnte auch auf die Seite "hatr" verweisen, auf der sich Frauen gegen sexistische Pöbeleien wehren. Die ist mir allerdings sympathischer, weil sie keine Namen nennt. Eine Selbstregulierung wäre mir aber in jedem Fall lieber als ein Zwangsouting durch den Verlust der Anonymität im Netz, etwa durch ein Pseudonyme-Verbot oder ähnliches.

  • Wie sehen Sie die Chancen, in absehbarer Zeit ein Recht auf Netzneutralität als Prinzip der liberalen und gleichbehandelnden Bereitstellung von Netzzugängen im Grundgesetz neben anderen Grundfreiheiten zu etablieren? Was wäre dafür, neben einer entsprechenden Mehrheit, politisch erforderlich, um dieses Thema nicht nur auf die Agenda der "Internetpolitik" sondern auch auf die der Sozial-, Wirtschafts-, und Bildungspolitik zu bringen?

  • Guten Tag Fr. Sauerbrey,
    Warum müssen chats moderiert werden während Politiker direkt in Redaktionen anrufen können um Meinungsbildung aktiv zu betreiben ;)?

    o.k. - war polemisch zugegeben :D

    Ernsthaft nachgelegt: Wenn das Netz nicht mehr *fair* ist, also wenn carrier Ihre Pakete bevorzugt behandeln können ist dann dieses www-netz tot? Geschaffen wurde es eh nicht für die Zwecke für die es heute überwiegend genutzt wird. Kommen die Zeiten geschlossener Benutzergruppen die sich ein Medium teilen zurück - so etwas wie tausende usenets?

  • @comfreak Auch wenn es wünschenswert wäre - die Chancen sind aus meiner Sicht im Moment nicht sehr groß. Zwar gibt es unter den Netzpolitikern aller Parteien, besonders bei Grünen, Piraten und in der FDP eine große Sensibilität für das Thema - es steht aber insgesamt ziemlich weit unten. Die Internetwirtschaft ist hingegen sehr aktiv - der Verband der europäischen Telekommunikationsunternehmen will zum Beispiel im Dezember auf dem Gipfel der ITU einen Vorschlag einbringen, der die Netzneutralität in Frage stellen würde. Ich glaube, das Thema wird erst größer werden, wenn die ersten eindeutig diskriminierenden Angebote auf dem Markt sind - und die Nutzer es spüren.

  • Hallo!
    Meine Frage: Wie können sich die Piraten so in ihrem eigenen Geflecht verheddern, dass sie das Thema, das sie eigentlich besetzen, vollkommen in den Hintergrund drücken? Wer nimmt die Themen auf, wenn die Piraten sich zerlegen?

  • @wattwandern Was die Politiker angeht, sehe ich es so: Klar, manchmal rufen die hier an. Aber die Journalisten lassen nicht alles durch, wir sind sozusagen der böse Moderator :-)

    Was die Zukunft des www angeht: Absolut noch nicht absehbar. Ich hoffe sehr, dass das für alle user gleiche Netz noch lange erhalten bleibt und es ist ja auch nicht so, dass die Politik da nichts machen könnte. Durch eine Zersplitterung in tausende Usenets wäre der Charme des großen Ganzen weg - glaube also nicht, dass das so kommt.

  • Passt auch zur Debattenkultur im Netz:
    Anfangs hat die Redaktion auf meine Frage, warum einzelne Beiträge nicht veröffentlicht wurden, noch geantwortet. Überwiegend lief es dann auf eine Veröffentlichung hinaus. Nun reagiert die Redaktion gar nicht mehr. Ist das Netzkultur, wie Sie sie sich vorstellen?

  • Frei und anonym im Netz fühlte ich mich von Anfang nicht so richtig. Beim Einstieg etwa 1994 waren es die geringen Geschwindigkeiten und auch schon damals die Datenflut...

    Netzneutralität und Selbstregulierung wären sehr wünschenswert. Jedoch habe ich da meine Zweifel , da die angeblich so demokratische Bundesrepublik m. E. teilweise in einen Polizeistaat herabgleitet...

    Und die Piraten verheddern sich zu sehr...

  • @mehrhits Gründe für die Probleme der Piraten sind aus meiner Sicht: Mangelndes Personal, wenig politische Erfahrung, eine Parteistruktur, die jede Stimme ganz schnell ganz laut werden lässt. Dass Netzthemen gerade etwas unterbelichtet sind, liegt aber auch an der Koalition, die vieles, was brisant ist, in die Endloswarteschleife verfrachtet hat (Urheberrecht, Vorratsdatenspeicherung). Da gibt es im Moment wenig Angriffsfläche. Was die Unternahme von Themen angeht: Längst passiert. Da sind inzwischen alle Parteien dran.

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