Kai-Uwe Heinrich

Diskutieren Sie mit Frank Jansen

Tagesspiegel-Reporter Frank Jansen beobachtet seit vielen Jahren die rechtsextreme Szene und wurde für seine Arbeit unlängst mit dem Journalistenpreis "Der lange Atmen" ausgezeichnet. Auch zum rechten Terrornetzwerk NSU hat Jansen seit Monaten recherchiert und berichtet. Heute haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, von 13 bis 14 Uhr die Gelegenheit, mit Jansen über ein Jahr NSU, den rechten Terror, die Folgen und die vielen Ermittlungspannen in diesem Zusammenhang zu diskutieren. Wird rechtsextreme Gewalt in Deutschland verharmlost? Wie konnte der NSU trotz der vielen V-Leute in der Szene so lange unentdeckt bleiben? Und was muss sich bei den Sicherheitsbehörden ändern? Um Fragen wie diese wird es eine Stunde lang gehen. zum Artikel

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Archivierte Diskussion - Nachrichten in chronologischer Reihenfolge

    • 05. November
    • ps2000
    • 13:18:55 Uhr

    Sehr geehrter Herr Jansen, bis zum heutigen Tage gibt es keine Beweise das die Tötungen auf das Konto von rechten/ nationalen Gruppierungen geht. Es gibt lediglich Hinweise auf Verfassungsschutz Mitarbeitern in verschiedenen Formen. Warum spricht man also von rechten Morden?

    • 05. November
    • FeiHung
    • 13:20:58 Uhr

    Hallo Herr Jansen,

    meine Frage an einen Experten wie Sie wäre: Stimmt mein Eindruck, dass Rechtsextremismus ein Stück weit gesellschaftsfähig geworden ist? Zum Beispiel unter dem Label "Islamkritik", das ja auch Seiten wie pi-News benutzen? Um es kurz zu sagen: mir machen weniger die NPD pder 200 demonstrierende Glatzköpfe Sorgen, als vielmehr die Möglichkeit, dass die Gesellschaft als ganzes "unterwandert" wird (ist ein sehr starkes Wort, mir fiel grad kein passenderes ein). Und diese Sorge habe ich, weil ich mir Kommentare in Online-Foren durchlese und die entsprechenden Bewertungen. Aber vielleicht ist das alles ja auch völlig unrepräsentativ und ich brauche mir keine Sorgen zu machen. Der tatsächliche Erfolg von Büchern, die sich mit "nicht-deutschem" auseinandersetzen und draufprügeln, ist für mich allerdings ein Hinweis, dass es problematisch wird. Können Sie mich beruhigen? :)

  • Bund und Länder lassen sich nicht in die Karten schauen und so können dann schon mal Unstimmigkeiten vorgegeben werden, die dann als Erklärung für die Serie herhalten mussen.
    Ich denke aber auch die Personen selbst sind immer noch so auf LINKS getrimmt, dass ihnen das rechte Spektrum als vollkommen harmlos erscheint.
    Die Schredderaktionen und die Aussageverweigerungen, sowie die Verheimlichung von Personen in diesem Bereich machen dann noch ganz andere Gedanken möglich.

    Da bleibt doch nur noch eine scharf kontollierte Auflösung übrig - Oder?

    • 05. November
    • jansen
    • 13:22:04 Uhr

    @get

    Hallo,

    man könnte die Frage auch anders stellen: wo wären wir heute ohne den Verfassungsschutz? In den vergangenen zehn Jahren ist es nur einem einzigen Islamisten gelungen, in Deutschland einen Anschlag zu verüben. Das war der junge Kosovare Arid Uka, der in Frankfurt zwei US-Soldaten erschossen hat. Dass nicht mehr Anschläge und Attentate verübt wurden, ist auch der Arbeit des Verfassungsschutzes zu verdanken. Ohne die frühzeitige Aufklärung extremistischer Aktivitäten durch den Verfassungsschutz wäre Deutschland weniger sicher. Dagegen sprechen auch nicht die Fehler und Versäumnisse, die der Verfassungsschutz sich zurechnen lassen muss, insbesondere beim Thema NSU. Auch wenn das natürlich eine bittere Geschichte ist, die den Verfassungsschutz viel Vertrauen gekostet hat.

    • 05. November
    • kaleu
    • 13:22:26 Uhr

    Sehr geehrter Herr Jansen,

    liegen Ihnen gesicherte Daten vor, die die Anzahl gewaltbereiter Rechtsextremisten in Deutschland, im Verhältnis zur deutschstämmigen Gesamtbevölkerung, abbilden?
    Eine Prozentangabe, dem Rechtsradikalismus ggf. zustimmender Personen, würde mich darüber hinaus interessieren.

    mit freundlichen Grüßen
    @kaleu

    • 05. November
    • jansen
    • 13:24:20 Uhr

    @ps2000

    Hallo,

    die Belege sind eindeutig: bei den Morden des NSU an den neun Migranten wurde die Waffe der Marke Ceska benutzt, die die Polizei im Schutt des Hauses in Zwickau fand, das Beate Zschäpe vor einem Jahr angezündet hat. Und die Dienstwaffen der 2007 in Heilbronn erschossenen Polizistin Michele Kiesewetter lag in dem ausgebrannten Wohnmobil, in dem sich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt umgebracht haben.

    • 05. November
    • jungle
    • 13:25:43 Uhr

    Noch eine Frage,
    warum konkret ist die Rolle der V-Leute ein Hindernis für ein NPD-Verbot gewesen?

    • 05. November
    • jansen
    • 13:26:46 Uhr

    @peeka

    Hallo,

    ich hoffe auch, dass die Täter bald gefasst werden, zumal aus dieser Szene auch der Tagesspiegel bedroht wird. Die Polizei muss aber gerichtsfeste Beweise oder zumindest einen begründbaren Verdacht haben, bevor sie jemanden festnimmt. Sollte das nicht der Fall sein, wäre es beispielsweise nicht möglich, einen Haftbefehl zu erreichen. Die rechtsextreme Szene Berlins ist zudem teilweise konspirativ organisiert. Die Polizei kann nicht einfach zu einem Szenetreff gehen und Neonazis festnehmen.

  • Hallo Herr Jansen,
    betrifft "suennerklass" 13:05:02

    diese "Beobachtung" mache ich auch.
    Wie kann man dagegen angehen, dass der Fall NSU nicht durch Vorfälle durch "Südländer" in der Bevölkerung "relativiert" wird und sich zwei "Mächte" aufbauen? militante Arme der z.B. GDL ?

  • Hallo Herr Jansen,
    wäre es nicht sinnvoll, wenn sich alle demokratischen Parteien aktiv zum Grundgesetz bekennen und dies auch aktiv leben z.B. Demonstrationen für das deutsche Grundgesetz/Vermittlung des Grundgesetzes in (Grund-)Schulen/ ...? Wir sollten für das deutsche Grundgesetz eintreten, es muss die Wertebasis unseres gemeinsamen Handeln`s sein und dann können wir ja gegen Rechts- und Linksextreme demonstrieren.
    Mit besten Grüßen
    KdG

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